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Licht + Design:

Die Rückeroberung der Nacht

Die Rückeroberung der Nacht

 

Die Noche-Zero-Bewegung in Chile hat zum Ziel, möglichst viele Menschen zu informieren und zu inspirieren, die Lichtverschmutzung des Nachthimmels zu reduzieren und dennoch eine attraktive Beleuchtung der Städte zu realisieren.

Die chilenische Beleuchtungsdesignerin Paulina Villalobos, Gründerin von DIAV, hat ein besonderes Interesse an der Art und Weise, wie wir unsere Städte nach Einbruch der Dunkelheit beleuchten können, ohne unsere Beziehung zur Nacht und zu den Sternen zu zerstören. Das hat sie dazu veranlasst, eine Veranstaltung namens Noche Zero ins Leben zu rufen, die zum Umdenken anregt.

 

Die Idee bestand in der Initiative, allen Menschen den Wert der Nacht bewusst zu machen und dabei verschiedene professionelle Herangehensweisen zu verbinden. „Bei der Beleuchtung unserer Städte wurden seit den 1950er-Jahren viele Fehler gemacht, die immer noch nicht korrigiert wurden“, sagte Villalobos. „Die Beleuchtung wurde für Autos konzipiert, und wir denken immer noch, dass sie nur für Autos und nicht für die Menschen da ist.“

 

Sie fügte hinzu: „Es gibt ein Dilemma. Wir wollen überall Lampen installieren, um unsere Gebäude schön aussehen zu lassen, sie kunstvoll zu überhöhen, doch wir müssen auch die Nacht respektieren. Unsere Ablehnung der Nacht weist verschiedene Aspekte auf. Man kann besser sehen, aber wir verlieren die Sterne und damit einen Teil unseres Erbes.“

Noche-Zero-Team

Die Veranstaltung im Oktober 2012 brachte Wissenschaftler, Astronomen, Aufsichtsorgane und andere Menschen zusammen, die über Licht nachdenken. Sie wurde in der Atacama-Wüste abgehalten, „damit die Menschen sehen konnten, was ihnen in Bezug auf den Genuss der Nacht und der Sterne entgeht.“

 

Das Ergebnis war laut Villalobos „sehr interessant“. „Die Astronomen beispielsweise wussten nicht, dass es möglich ist, Städte ohne Lichtverschmutzung zu beleuchten. Und als Folge dieser Veranstaltung wurden Vorschriften dahingehend verbessert, dass sie das Licht nun aus einer menschlichen Sichtweise beurteilen. Wir haben das so genannte ‚Atacama-Manifest’ formuliert.“

 

Im Anschluss sammelten die Organisatoren Geld, um eine Konferenz einzuberufen, und sie arbeiten daran, das gesamte Wissen online verfügbar zu machen, sodass es frei zugänglich ist. Sie sammeln auch Geld für eine andere Veranstaltung, die am 21., 22. und 23. April 2015 unter dem Titel ‚New moon and starry night in Atacama’ durchgeführt wird. Dazu werden Entscheidungsträger wie Manager und Stadtplaner eingeladen. „Fehler passieren immer deshalb, weil den Beteiligten das nötige Wissen fehlt“, erläuterte Villalobos.

Der Himmel von Atakama ist so klar, dass die Stadt zum Standort eines der weltweit wichtigsten Teleskope geworden ist